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Wie Du deinen Online-Shop schützt

Bei allen Unterschieden zu einem traditionallen Geschäft hat dein Online-Shop auch einige Gemeinsamkeiten damit – zum Beispiel die Tatsache, dass es Leute gibt, die sich unerlaubten Zugang dazu verschaffen wollen.
Du tätest also gut daran, dich dagegen zu schützen. Nicht nur dass Du dicht damit gegen Hacker und Betrüger schützt (als ob das nicht schon Grund genug wäre), Du tust damit auch etwas für dein Suchmaschinen-Ranking. Kein Witz – Google rankt Seiten höher wenn sie eine SSL-Verschlüsselung haben.

Hier sind ein paar Tipps wie Du das am besten machst:

Nur die relevanten Kundendaten speichern

Hacker lieben Information. Viele große Hacks – die Art von denen man selbst in den nicht-Technologie-Nachrichten hört – drehen sich darum, Userdaten zu stehlen. Eine Möglichkeit sich zu schützen ist, kein attraktives Ziel abzugeben. Viele Online-Shops machen hier schonmal einen großen Fehler, indem sie den Nutzer nach Daten fragen, die gar nicht benötigt werden.
Als Faustregel: Wenn es keinen guten Grund gibt warum Du eine Information wissen solltest, dann frag auch nicht danach. Wenn keine deiner Waren einer Altersbeschränkung unterliegen, brauchst Du das Geburtsdatum des Käufers nicht zu wissen; und wenn dein Shop nur elektronische Ware verkauft, benötigst Du auch keine Lieferadresse.

Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass es den Anmeldeprozess einfach und weniger nervig macht. Gerade beim mobilen Shopping, wo man in der Regel nur mit der Bildschirmtastatur arbeitet, beschleunigt ein Konzentrieren aufs Nötigste den Anmeldeprozess enorm.
Zudem spart es natürlich auch Speicherplatz.

Stelle sicher, dass deine Hosting-Plattform solide ist

Ich erzähle Dir wahrscheinlich nichts neues wenn ich sage, dass es eine ganze Menge Hostig-Provider da draußen gibt. Du musst dir einen suchen, die das Thema Sicherheit auch ernst nimmt. Denn wenn ein Hacker die Kontrolle über einen Server übernimmt, kann er die hunderten von Webseiten die darauf gespeichert sind, einfach abschalten (wenn nicht schlimmeres).

Also lies ein paar unabhängige Reviews (am besten aus verschiedenen Quellen) oder frage ein wenig in Technikforen herum um herauszufinden welche Hoster verlässlich sind.

Benutze SSL-Verschlüsselung

Deine Kunden wollen sicher sein, dass Du alles getan hast um deinen Shop (und ihre Daten) abzusichern. Eine der grundlegendsten Möglichkeiten um den Kunden etwas Vertrauen in deine Seite zu vermitteln ist die Installation eines SSL-Zertifikats.

Kurz gesagt: ein SSL-Zertifikat ermöglicht es deinem Shop, Daten verschlüsselt zu übermitteln. Das bedeutet, dass die Kommunkation zwischen Webbrowsern und deinem Server sicher ist. SSL-Verschlüsselung ist essenziell, wenn Du möchtest dass Kunden wichtige Informationen auf deiner Seite lagern. So essenziell dass viele Kunden sich gar nicht mehr auf Seiten registrieren die keine
SSL-Verschlüsselung anbieten.

Es gibt verschiedene Arten von SSL-Zertifikaten – manche davon sind sogar kostenlos erhältlich. Wenn Du dir eines aussuchst, achte darauf, dass es 256-bit Verschlüsselung anbietet.

Verlange zusätzliche Bestätigungen bei Kreditkarten

Viele Seiten verlangen nur die üblichen Kartendetails von ihren Kunden. Mit anderen Worten: alles was sie wollen ist die Kartennummer, der Name darauf und das Verfallsdatum. Aber wusstest Du, dass Du das Betrugsrisiko noch weiter senken kannsrt, indem Du eine weitere Bestätigung verlangst?

Visa-Karten haben einen Schutzplan genannt „verified by Visa“, während MasterCard einen „SecureCode“-Plan anbietet. Beide funktionieren auf die gleiche Art: sobald ein Kunde seine Karteninformationen eingibt, wird er auf eine andere Seite weitergeleitet.
Auf dieser Seite muss er dann ein Passwort eingeben das nur ihm bekannt ist – normalerweise wird dieses bei der ersten Benutzung der Karte festgelegt.

Wenn Du viele Kunden hast die mit Kreditkarte bezahlen, solltest Du mal mit deinem Payment Provider klären ob er diese Funktion anbietet. Wenn dann Jemand versucht mit einer gestohlenen Kreditkarte bei Dir einzukaufen, kann er die Transaktion nicht abschließen.

Teste deinen Shop nach Verwundbarkeiten

Vollkommen egal was Du sichern willst – deine Arbeit ist niemals abgeschlossen. Technologie veraltet, neue kommt dazu, neue Ideen und Techniken verbreiten sich und irgendwann ist die teuerste HighTech gerade noch gut genug um die billigsten Amateur abzuhalten.
Deswegen musst Du regelmäßig deine Webseite auf Schwachstellen überprüfen. Anders gesagt: Du musst versuchen in deine eigenen Webseite einzubrechen – und auf die Art alle Sicherheitslücken finden die Du stopfen musst.

Manche E-Commerce-Plattformen bieten Plugins an, die dann im Hintergrund laufen und nach verdächtigen Code Ausschau halten. Oder Du kannst eine Sicherheitsfirma anheuern die das für dich erledigt.

Aber egal wie Du es tust: Du solltest regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen zu einer Priorität machen. Nur weil deine Seite gestern sicher war, heißt das nicht dass sie das auch morgen noch ist.

Halte deine E-Commerce Software immer auf dem neuesten Stand

Das sollte sich eigentlich von selbst verstehen, wird aber immer gerne aufgeschoben oder vergessen. Sicherheit ist ein ewiges Wettrüsten zwischen Programmierern und Hackern – aber wenn Du nicht zügig auf die neusten Versionen updatest, dann ist das so als wenn Du ein topmodernes Türschloss kaufst… und es dann nicht einbaust.

Also: bleib immer auf dem neusten Stand.

Hast Du noch Tipps wie man die Sicherheit eines Online-Shops verbessern kann? Teile Sie mit uns in den Kommentaren!

 

10 Dinge die Du brauchst um deinen eigenen Webshop zu starten

Online-Shops erobern stetig neue Marktanteile und der Trend scheint kaum aufzuhalten. Viele Verbraucher shoppen nun einmal am liebsten von ihrer Couch shoppen aus und auch gerne mal nach Ladenschluss – wer diese Zielgruppe ignoriert, verschenkt potentiellen Profit. Also zeige ich Dir heute, was Du alles brauchst um deinen eigenen Webshop zu starten – egal ob Du ihn ergänzend zu einem traditionellen Geschäft betreibst der exklusiv online verkaufst.

1. Der Domainname

Der Domainname ist das was Du in die Adressliste deines Browsers eintragen musst, um eine bestimmte Seite zu erreichen.
Sich einen Domainnamen zu sichern ist einfach (das kannst Du zum Beispiel hier tun), etwas schwieriger ist es sich einen passenden einfallen zu lassen der nicht schon belegt ist. Ein guter Domainname sollte auf dein Unternehmen verweisen oder die Ware/Dienstleistung die Du anbietest. Benutzt Du einen reinen Phantasienamen, sieh zu dass er eingängig ist und relativ klar ist wie er geschrieben wird – der tollste Name nutzt dir nichts wenn ihn sich kein Mensch merken kann.

Im Idealfall suchst Du dir mehrere Kandidaten und holst Dir Feedback dazu, bevor Du eine Entscheidung triffst.

2. Hosting

Bisher hast Du nur einen Domainnamen für deinen Shop, aber Du brauchst auch einen physischen Server, einen Host. Es gibt viele Webhosting-Provider, die eine Menge nützliche Features anzubieten haben.

Studiere die Angebote und stelle sicher dass sie auch das bieten was Du brauchst. Wenn Du zum Beispiel einen Webshop in Deutschland eröffnen willst, dann solltest Du sicherstellen, dass der Server auch in Deutschlanf steht – denn so hat deine Zielkundschaft die geringsten Ladezeiten.

Ebenso solltest Du auf Scaleability achten, also die Möglichkeit deinen Vertrag entsprechend deiner Bedürfnisse zu upgraden – zum Beispiel um mehr Webspace zu mieten wenn Du das Angebot im Shop erhöhst.

3. Email

Früher oder später werden potentielle oder bestehende Kunden mit Dir Kontakt aufnehmen wollen. Die meisten Hosting-Anbiete bieten zusätzlich auch Pakete an mit denen Du deinen eigenen Email-Dienst aufsetzen kannst.

Wenn Du eine Menge Emails schreibst, könnten auch Third-Party-Programme wie Gmail for oder Microsoft’s Office 365 hilfreich sein. Viele davon lassen sich auch in deine vorhandenen Hosting-Lösungen integrieren.

Benutze aber nicht nur eine einzige Emailadresse für dein gesamtes Unternehmen, selbst wenn Du derzeit der einzige Angestellte bist. Stattdessen richten getrennte Adressen für unterschiedliche Bereiche oder Zwecke ein. Für generelle Nachrichten und Anfragen könnte es etwas á la „info@…“ sein, während sich für den Kundendienst etwas in Richtung „support@…“ anbietet.

Wenn Du diese Mailadressen aufgesetzt hast, musst Du noch dafür sorgen dass sie dem Kunden auch bekannt sind, indem Du sie an den nötigen Stellen hinterlegst. Alternativ oder ergänzend ist auch ein Kontaktformular hilfreich.

4. SSL-Zertifikate

Online-Shopper legen generell großen Wert auf Sicherheit und werden nur von Webseiten kaufen die sie für sicher halten. Sichere Seiten erkennt man daran, dass die Adresse mit „https://“ beginnt (gefolgt vom Domainnamen).

Um sicherzustellen dass die Daten, die zwischen deinem Shop und deinen Kunden hin- und hergeschickt werden, auch sicher sind, brauchst Du ein SSL-Zertifikat. Diese verschlüsseln die Kommunikation zwischen den einzelnen Computern.

Glücklicherweise gibt es SSL-Zertifikate schon zu relativ günstigen Preise (oder auch kostenlos, z.B. von Let’s Encrypt) und sie sind einfach zu installieren.

5. Dedizierte IP-Adresse

Jede einzelne Webseite im Internet hat eine eigene IP-Adresse. Ich will Dich mal nicht mit zu viel Technik-Blabla langweilen, also sagen wir einfach dass eine IP-Adresse eine einzigartige Zahlenkombination ist.

Viele Webseiten teilen sich eine IP-Adresse (zum Beispiel wenn sie sich einen Server teilen). Aber wenn Du ein SSL-Zertifikat willst, dann brauchst Du eine dedizierte IP-Adresse – also eine Adresse die nicht auch von anderen Seiten genutzt wird.

Dedizierte IP-Adressen bekommst Du von einem Hosting-Provider. Ohne dedizierte IP-Adresse gibt es auch kein SSL-Zertifikat.

6. E-commerce Plattform

Bisher haben wir über die eher einfachen Voraussetzungen gesprochen – jetzt geht’s an die substanzielleren Fragen. Zum Beispiel: was ist mit dem Shop an sich? Bisher hast Du nur einen Server der dir allein noch nicht viel bringt. Jetzt musst Du dir noch eine E-commerce Plattform besorgen und aufsetzen.

Simpel ausgedrückt, ist es die Software die deinen Online-Shop betreibt und kontrolliert. Es gibt viele solcher Plattformen, alle mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. Zu den beliebtesten gehören OpenCart, osCommerce und WooCommerce.

Dann musst Du sie nur noch richtig einrichten. Gerade für die verbreiteteren Plattformen gibt es dabei viele Tutorials im Netz die Du dir durchlesen oder ansehen kannst. Hierbei sorgfältig zu arbeiten kann Dir später eine Menge potentieller Probleme ersparen.

7. Payment Gateway

Verschenkst Du all deine Produkte? Falls nicht, wirst deinen Kunden irgendwie Geld dafür berechnen müssen. Dafür brauchst Du etwas das sich Payment-Gateway nennt. Beispiele dafür sind zum Beispiel PayPal oder Klarna. Glücklicherweise ist die nötige Software für deren Implementierung schon in den E-commerce-Plattformen integriert – und wenn sie es für eine bestimmte Methode deiner Wahl noch nicht ist, gibt es vielleicht ein Plugin dafür.

Aus Sicherheitsgründen wird es nötig sein, dich beim Betreiber der jeweiligen Zahlungsmöglichkeit zu registrieren. Tu dies am besten früh, denn der Verifizierungsprozess kann einige Wochen dauern.

Bedenke auch: Die Auswahl der Payment Gateways sollte die Vorlieben deiner Zielgruppe wiederspiegeln. Kreditkarten zum Beispiel sind in den USA sehr beliebt, in Europa hingegen sind sie kaum verbreitet – und wenn Du Dir eine Kreditkarte zulegen müsstest, nur um irgendwo etwas bestellen zu können… würdest Du es tun? Eben. Deine Kunden auch nicht.

8. Produktbeschreibungen

Während Du auf die Verifizierung deiner Payment Gateways wartest, kannst Du schonmal anfangen deinen Shop mit Produkten zu füllen – andernfalls war alles was Du bis zu diesem Punkt gemacht hast eine einzige, kolossale Zeitverschwendung.

Produktbeschreibungen sind essenziell, denn sie übernehmen im Grunde die Funktion eines Verkäufers. Deswegen ist es wichtig dass Du verstehst wie gute Produktbeschreibungen verfasst. Wenn Schreiben nicht dein Ding ist, solltest Du in Betracht ziehen Jemanden dafür anzuheuern (idealerweise Jemanden der auch SEO-Erfahrung mitbringt) – bei deinen Produktbeschreibungen solltest Du nicht am falschen Ende sparen.

Jedes deiner Produkte sollte einen auffälligen „call to action“ button haben (also eine „Kaufe jetzt!“-Schaltfläche). In den Layout-Einstellungen deines Shops kannst Du dafür sorgen dass er auch ins Auge sticht.

9. Produktbilder

Deine Texte helfen Dir deine Produkte zu verkaufen. Aber ich erzähle Dir wahrscheinlich nichts neues wenn ich sage, dass die meisten Kunden auch Wert auf Bilder legen. Auch wenn die tatsächlich Aussagekraft eines Bildes auf einer Webseite eher gering ist, sehen sich die Leute nunmal einfach gerne an was sie kaufen wollen. Also brauchst Du auch ein paar Bilder – gute Bilder.

Wenn Du deine Produkte von Jemand anders beziehst, dann stellt dieser auch oft entsprechender Bilder zur Verfügung. Das ist der einfachste und billigste Weg, kann aber etwas individuellen Touch missen.

Ansonsten kannst Du entweder in eine gute Kamera und etwas Ausrüstung für Fotostudios investieren… oder ganz einfach einen Fotografen beauftragen. Der bringt nicht nur die Ausrüstung mit, sondern versteht auch etwas von Beleuchtung, Winkel und viele anderen Dingen auf die Amateure wenig Gedanken verschwenden, die aber große Auswirkungen auf die Qualität haben können.

Auch das wird nicht ganz billig, aber glaube mir ganz einfach wenn ich sage: Du willst nicht dass die Bilder in deinem Shop billig aussehen. Das macht einen ganz schlechten Eindruck.

10. Search Engine Optimisation

Dein Shop ist nun fast bereit online zu gehen! Es bleibt nur noch der letzte Schritt: sicherstellen dass er auch SEO-freundlich ist. Das Thema bietet problemlos Stoff für mehrere Artikel, also will ich an dieser Stelle nicht zu genau darauf eingehen.
Du kannst aber schonmal damit anfangen dafür zu sorgen, dass deine Produkt- und Kategorieseite „human-friendly“ URLs haben, also URLs die nicht nur aus einer zufälligen Kombination von Buchstaben und Zahlen bestehen, sondern aus Worten die von Menschen verstanden werden können.

Die 8 häufigsten Fehler im Online-Handel

Im Jahr 2021 wird geschätzt 1 von 4 Menschen im Internet einkaufen – eine riesige Chance für die E-Commerce-Branche. Aber der Markt ist hart umkämpft.

Damit Du am Ende auf der Gewinnerseite stehst, haben wir eine Liste der häufigsten Fehler zusammengestellt mit der sich die Leute in der Branche regelmäßig selbst ins Knie schießen. Wenn den Business erfolgreich sein soll, tätest Du gut daran sie zu vermeiden.

1. Unsegmentierte Mailinglisten

Nehmen wir mal an dass Du einen Online-Shop für Mode führst. Die Mehrheit deiner Kunden werden Frauen Anfang bis Mitte Zwanzig sein, aber ein guter Anteil werden auch Männer sein. Wenn Du nun an jeden in deiner Mailingliste die gleiche Mail schreibst, musst Du dich nicht wundern wenn die Reaktionen sehr begrenzt sein werden – Männer und Frauen interessieren sich für sehr unterschiedliche Angebote.

Das war jetzt ein sehr offensichtliches Beispiel, aber es zeigt die Notwendigkeit von Segmentierung. Deine Kundenbasis wird sich durch mehr unterscheiden als nur das Geschlecht. Je besser Du die einzelnen Untergruppen in deiner Zielgruppe unterscheiden und einzeln ansprechen kannst, desto maßgeschneiderter können deine Newsletter und Angebote sein. Das erhöht die Klickraten und Verkaufszahlen und senkt gleichzeitig die Zahl der Abmeldungen – denn wenn ein Kunde ständig Angebote bekommt die für ihn uninteressant sind, dann wird er sich früher oder später abmelden.

Segmentierung ist ebenfalls nützlich um die Frequenz deiner Mails angemessen zu takten. Ein Teil deiner Kunden werden Stammkunden sein die regelmäßig bei dir einkaufen, andere werden nur hin und wieder bei Dir vorbeischauen. Die erste Sorte Kunde wird positiv auf häufige Mails reagieren, für die letztere Sorte ist eine niedrigere Frequenz zu empfehlen, andernfalls besteht die Gefahr dass sie sich genervt fühlen. Wozu das dann führt, muss ich wohl nicht näher ausführen.

2. keine überzeugenden Produktbeschreibungen

Die Produktbeschreibungen in deinem Online-Shop erfüllen genau die gleiche Funktion wie ein Verkäufer in einem Laden: sie erklären die Produkte und ihre Funktionen und sollen den Besucher zum Kauf bewegen. Eine schlechte Produktbeschreibung ist wie ein unfähiger, unmotivierter Verkäufer – und das ist unter Online-Shops leider ein häufiges Problem.

Das Schreiben einer guten Produktbeschreibung beginnt mit der Frage wer der ideale Käufer für das Produkt ist. Zum Beispiel wird Jemand der ein Snowboard kaufen möchte völlig anders an das Online-Shopping herangehen als Jemand der Vitaminpillen sucht. Wenn Du es schaffst dich in den Kopf dieser Person hineinzuversetzen und eine Produktbeschreibung zu kreieren die ihn anspricht, dann bist Du bereits auf dem besten Weg zu einem Verkauf.

Als nächstes denk ein wenig über die Vorteile deines Produktes nach. Viele Webseiten bieten lange Listen mit Features, vernachlässigen aber komplett zu erwähnen, welche Vorteile das Produkt dem Käufer bringt.
Dies ist ein wichtiger Unterschied. Ein Feature ist eine faktische Beschreibung, ein Vorteil ist die Antwort auf die Frage „Was bringt mir das?“. Wenn ich Dir z.B. sage, dass dieses Smartphone das ich dir verkaufen will ein 4,7″ Display und 64 GB Speicher hat, dann sind dies Features. Wenn ich Dir hingegen sage dass das Smartphone eine integrierte Email-App hat, mit der Du jederzeit deine Mails checken kannst, dann ist das ein Vorteil – und Vorteile haben ein sehr viel höheres Gewicht bei der Kaufentscheidung.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Wiederholen tausendmal genutzter Phrasen. „höchste Qualität“, „100% zuverlässig“, „edles Design“ sind Dinge die jeder Kunde eines Online-Shops schon tausend mal gelesen hat. Selbst wenn sie faktisch korrekt sind, ist das einfach nicht genug um sich von anderen Produkten abzusetzen und sie erzählen dem Verkäufer auch wenig über das Produkt.
Versuche stattdessen eine kleine Geschichte zu erzählen. Wenn die Winterjacke die Du verkaufst auch auf Arktis-Expeditionen genutzt wird, dann ist das weit aussagekräftiger als wenn Du schlicht schreibst dass sie für Temperaturen bis -30 °C geeignet ist. Auch ein Schuh wird interessanter wenn er aus „edlem italienischen Leder aus der Toskana“ gemacht ist, statt einfach nur „qualitativ hochwertigen Materialien“.

3. Das Rad neu erfinden

Versuchen das Rad neu zu erfinden kann enorm viel Zeit und Geld kosten – ohne eine Garantie dass am Ende auch etwas nützliches herauskommt. Selbstverständlich sollte dein Unternehmen versuchen sich von der Konkurrenz abzusetzen. Aber Andersartigkeit ist kein Selbstzweck, sondern sollte einem Ziel folgen. Manchmal macht es Sinn etwas komplett Neues zu entwickeln und manchmal ist überhaupt nichts falsches daran sich für eine bewährte Lösung zu entscheiden.

Zum Beispiel ist eine der wichtigsten Entscheidungen für ein E-Commerce-Unternehmen die Wahl deiner Plattform. Es gibt jede Menge Plattformen wie Shopify, Magento oder WooCommerce, die Du für deinen Online-Shop benutzen kannst. Du kannst natürlich auch deine eigene Plattform programmieren (oder programmieren lassen), aber nötig ist das nicht – die vorhandenen Lösungen sind vielfältig und erprobt. Wenn dein Unternehmen nicht gerade in eine extrem spezifische Nische fällt, solltest Du dort schon eine Plattform finden die deinen Ansprüchen genügt.

Außerdem schätzen Online-Shopper eine gewisse Vertrautheit und Berechenbarkeit. Wenn sie dein System zu sehr verwirrt oder gar verunsichert, werden sie deine Webseite wahrscheinlich einfach links liegen lassen.

4. Keine Hilfe suchen

Ein weiteres verbreitetes Problem ist das Bedürfnis alles alleine machen zu wollen und nicht auf Hilfe zurückzugreifen, auch wenn man sie benötigt. Ein erfolgreiches E-Commerce-Unternehmen zu betreiben ist eine umfangreiche Aufgabe, die eine Vielzahl an Fähigkeiten erfordert. Vom Webdesign über die Produkttexte bis hin zur Search Engine Optimization und Werbemaßnahmen gibt es eine Menge zu tun. Keine Person kann all dies auf einmal schaffen und dabei auch noch gute Arbeit leisten.

Besonders im E-Commerce-Bereich ist die Versuchung groß, möglichst viel alleine machen zu wollen. Aber während es gut ist wenn Du ein gewisses Grundverständnis davon hast wie alle Teile deines Geschäftes funktionieren, wirst Du nicht alle damit verbundenen Rollen vollumfänglich erfüllen können. Der Tag hat schließlich nur 24 Stunden und hin und wieder möchtest Du vermutlich auch noch etwas anderes tun als arbeiten. Also scheue dich nicht fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch wenn sie Geld kostet – das ist es in aller Regel wert.

Finde heraus wo deine eigenen Stärken und Fähigkeiten liegen – konzentriere dich auf diesen Bereich und scheue dich nicht, für die anderen Hilfe anzuheuern. Wenn Du nicht schon ein fähiger Webmaster, Grafikdesigner oder Werbefachmann bist, dann macht es einfach keinen Sinn all dies noch zu lernen, nur damit Du das ganze Unternehmen im Alleingang betreiben kannst.

5. Nicht genug Produktbilder und -videos

Eine E-Commerce-Webseite verlässt sich ebenso auf Bilder wie auf Texte wenn es darum geht ihre Ware zu verkaufen. Potentielle Kunden wollen ihr Produkt sehen – auch aus unterschiedlichen Perspektiven.

Besser noch ist ein ein Produktvideo. Dieses erlaubt es den potentiellen Käufern das Produkt in Aktion zu sehen und seine Funktionen zu verstehen – eine Breite an Informationen die allein mit Bildern und Texten einfach nicht möglich ist. Statistiken zeigen dass ein gutes Produktvideo die Chancen dass ein Kunde eine Kaufentscheidung trifft um 64-85% steigern können.

Auch unter SEO-Gesichtspunkten sind Produktvideos eine gute Entscheidung – Google und andere Suchmaschinen mögen den Einsatz von Videos und ranken Seiten die regen Gebrauch davon machen entsprechend höher.

6. Kopierte Produktbeschreibungen

Produktbeschreibungen vom Hersteller (oder aus anderen Quellen) zu kopieren ist eine 1A Möglichkeit um deinen Organic Traffic in den Keller zu treiben. Google vergleicht unterschiedliche Webseiten und rankt sie niedriger wenn dort die gleichen Beschreibungstexte auftauchen. Hingegen wird ein einzigartiger Produkttext eher hoch gerankt.
Die kombinierten Effekte von dutzenden, hunderten, oder sogar tausenden solcher einzigartiger Texte können einen wahren Strom an Besuchern auf deine Webseite bringen. Alles was es braucht ist ein wenig Kreativität.

7. Schlechter Kundendienst

Eine verbreitete Fehlannahme unter E-Commerce-Gründern ist, da die Kunden ja alle online kaufen, es keine Notwendigkeit für einen spezialisierten Kundensupport gäbe. Doch der Kundensupport ist ein unschätzbarer Teil einer E-Commerce-Webseite, er baut Vertrauen (und damit Loyalität) auf und kann das Ruder einer schlechten Erfahrung herumreißen und sie in eine gute verwandeln (samt entsprechender Bewertung). Zudem verleiht er dem ganzen Unternehmen einen gewissen menschlichen Aspekt, der im Online-Business oft zu kurz kommt.

Daher ist es unabdingbar ein (idealerweise chat-basiertes) Kunden-Support-System einzurichten. Zusätzlich zum bisher Gesagten kann er auch als eine Erweiterung des Marketings fungieren: durch deinen Support Desk können deine Kunden auch Beschwerden vorbringen und Fragen stellen.

8. Keine Kundenreviews

Die Kunden von heute verlassen sich gerne auf die Beurteilungen anderer Käufer wenn sie selbst eine Kaufentscheidung zu treffen haben. Diese Form des Feedbacks ist zu einem wichtigen Bestandteil des E-Commerce geworden – mehr als 70% der Online-Shopper verlassen sich auf Reviews und Ratings von Leuten die das Produkt bereits besitzen.

Daher ist es enorm wichtig eine Review-Funktion in deinem Online-Shop einzurichten. Reviews bieten eine Informationsmöglichkeit jenseits dessen was Du als Verkäufer bereitstellst, bauen Vertrauen und Glaubwürdigkeit auf – umgekehrt kann das Fehlen einer Review-Funktion den Eindruck erwecken dass Du lieber nicht möchtest dass Leute über deine Produkte reden.

Um Kunden zu mehr Reviews zu ermutigen, kannst Du ihnen nach Erhalt der Ware eine freundliche Email schreiben und um ein Review bitten. Da Du den Kunden aber im Grunde um einen Gefallen bittest, solltest Du in Betracht ziehen ihm etwas im Gegenzug für das Review anzubieten – zum Beispiel einen Rabatt-Coupon für seinen nächsten Einkauf.